"Histamin-Intoleranz"

Reinhart Jarisch, Thieme Verlag

Histamin ist der wichtigste Mediator der allergischen Reaktion (Rhinitis allergica, Asthma bronchiale, Urticaria aber auch Arzneimittelunverträglichkeiten und Neurodermitis).

Darüber hinaus spielt Histamin bei der Histamin-Intoleranz durch den Mangel des histaminabbauenden Enzyms Diaminoxydase eine wesentliche Rolle. Die entsprechenden Krankheitsbilder sind Kopfschmerz, aber auch Durchfälle, Rhinopathie, Herzrhythmusstörungen, Dysmenorrhoe und Hypotonie.

Weniger bekannt ist vielleicht die wichtige Rolle des Histamins bei der Seekrankheit. Die zweite Auflage ist in wesentlichen Teilen neu geschrieben, insbesondere ist das Kapitel Asthma sowie Magen-/Darmerkrankungen aktualisiert. Das Kapitel Kopfschmerz ist mit neuen Daten untermauert und das Kapitel Histamin und Seekrankheit mit einem Vorwort von Wolfgang Hausner - Österreichs Paradeweltumsegler- zeigt eine neue Therapie der Seekrankheit auf, die auch hinweisend für die Behandlung anderer Histamin-medierter Erkrankungen wie z.B. Mastozytose und Urticaria pigmentosa, aber auch in der Therapie des Kopfschmerz ist.

Ein erheblicher Teil nahrungsmittelinduzierter Unverträglichkeitsreaktionen ist nicht durch Allergien bedingt, sondern sind Intoleranzreaktionen ohne Beteiligung des Immunsystems. Viele unserer alltäglichen Nahrungsmittel, etwa Käse, Tomaten oder Wein, können erhebliche Mengen an Histamin enthalten, jener Substanz also, die bei allen echten Soforttypallergien als Hauptmediator die zentrale Rolle spielt. Die Aufnahme von exogenem Histamin durch die Nahrung kann bei zahlreichen Menschen entweder konstitutiv oder etwa als Folge der Einnahme von Medikamenten zum vielfach chronischen und in der Praxis oftmals unerkannten Krankheitsbild der Histamin-Intoleranz führen. Das Spektrum der möglichen Symptome reicht von Rhinitis, Hypotonie, Colitis und rezidivierender Diarrhö bis hin zu Kopfschmerz, Herzrhythmusstörungen, Asthma und Menstruationsbeschwerden.

Das Buch beschreibt Klinik, Pathomechanismus und Diagnostik der Histamin-Intoleranz, zeigt Möglichkeiten der medikamentösen Therapie auf u nd enthält zahlreiche Informationen zur Minimierung der Histaminbelastung in der täglichen Ernährung. In seiner großteils auch für den Laien verständlichen Form richtet sich das Buch sowohl an Ernährungsberater/innen und praktizierende Ärzte/innen als auch an betroffene Patienten.