Vitamin K – eine Herzenssache

Vitamin K ist für den menschlichen Körper unverzichtbar: Es spielt eine wichtige Rolle für Zellwachstum und Zellfunktion sowie für das Immunsystem. Besonders wichtig ist Vitamin K jedoch für die Regulation der Blutgerinnung und des Knochenstoffwechsels.

In diesem Zusammenhang ist mittlerweile bekannt, dass es die Kalkablagerung an den Gefäßwänden und Herzklappen verlangsamen und bestehende Ablagerungen reduzieren kann. Solche Kalkablagerungen bilden sich mit zunehmendem Alter und führen dazu, dass sich die Gefäße verengen und an Elastizität verlieren. Durchblutungsstörungen, Blutgerinnsel (Thrombose) sowie Herzinfarkt und Schlaganfall sind mögliche Folgen. Vitamin K hilft, wirksam vorzubeugen.

Gefäßverkalkungen lassen sich häufig bei älteren Menschen mit Osteoporose (Knochenschwund) beobachten. Inzwischen weiß man, dass der Osteoporose eine Störung des Kalziumstoffwechsels zugrunde liegt, die das Risiko für Gefäßverkalkungen bekanntermaßen erhöht. Da ein Vitamin-K-Mangel das Kalziumgleichgewicht beeinträchtigt, hat das Vitamin in der Osteoporose-Therapie längst seinen festen Platz.

Es unterstützt den Knochenaufbau und verbessert die Knochendichte, da es an der Bildung von Proteinen beteiligt ist, die für einen gesunden Knochenstoffwechsel sorgen. Dadurch schützt es automatisch auch die Gefäße. Die zwei wichtigsten Arten von Vitamin K sind Vitamin K1 und Vitamin K2.

Die Fakten sprechen für sich
Im Jahr 2008 starteten Wissenschaftler in den Niederlanden eine Beobachtungsstudie mit mehr als 500 Frauen in den Wechseljahren, von denen rund 60 Prozent bereits Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen hatten. Die Zufuhr von Vitamin K2 verbesserte das Kalziumgleichgewicht in den Gefäßwänden, und das Risiko für eine weitere Gefäßverkalkung sank um 20 Prozent, wenn die Vitamin-K2-Dosis auf gut das Doppelte erhöht wurde.

Eine Wirkung von Vitamin K1 ließ sich damals nicht nachweisen. Eine US-amerikanische Studie konnte jedoch mittlerweile zeigen, dass auch die zusätzliche Zufuhr von Vitamin K1 in sehr großer Menge das Fortschreiten einer bestehenden Arterienverkalkung verlangsamt.

Ähnlich wie die niederländische Untersuchung belegte im Jahr 2004 die groß angelegte Rotterdam Herz-Studie, an der knapp 5.000 Frauen und Männer ab 55 Jahren teilnahmen, den Zusammenhang zwischen Vitamin K2 und Herzerkrankungen. Die Studienteilnehmer, die über zehn Jahre Vitamin-K2-reiche Nahrung aßen, hatten deutlich weniger Kalkablagerungen in den Gefäßen als diejenigen, die zu wenig Vitamin K2 zu sich nahmen. Gleichzeitig sank ihr Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um 50 Prozent.

Auf die richtige Menge kommt es an
Der menschliche Körper nimmt Vitamin K primär über die Nahrung auf. Vitamin K1 kommt vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln vor, so z.B. in grünem Blattgemüse, Spinat, Kohl und Brokkoli. Allerdings gelangen nur etwa 10 Prozent des Vitamins K1 in den Blutkreislauf. Davon beansprucht die Leber schon einen Großteil, weshalb für den restlichen Körper nur wenig übrig bleibt. Das mag erklären, warum Vitamin K1 in manchen Studien weniger Wirkung zeigte und Vitamin K2, das vom Körper wesentlich besser aufgenommen wird, als wirksamer eingestuft wird.

Vitamin K2 ist hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln enthalten wie z.B. Fleisch, Innereien, Butter, Eidotter und bestimmte Käsesorten. Da ihr Vitamin-K2-Gehalt jedoch gering ist, sind sehr große Mengen vonnöten, um eine ausreichende Zufuhr sicherzustellen (bei Erwachsenen täglich mindestens 60-80 Mikrogramm gemäß den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung).

Diese Mengen werden selten erreicht, insbesondere wenn man auf eine fettarme Ernährung achtet. Wem die Gesundheit seines Herzens am Herzen liegt, kann mit Vitamin-K-Präparaten nachhelfen und sicherheitshalber beim Hausarzt seinen Quick-Wert bestimmen lassen, der über einen eventuellen Vitamin-K-Mangel Aufschluss gibt.
AI

 
 
 

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