EPA/DHA: Vom Fisch zum Phytoplankton

Autorin: Juniper Devecis, M.S., R.D., C.C.N.

Seit Jahrzehnten betont die Forschung die Bedeutung der essenziellen Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosapentaensäure (DHA) für die Langzeitgesundheit. Diese Omega-3-Fettsäuren werden typischerweise aus Fischöl gewonnen, während pflanzliche Quellen von Omega 3 bisher immer nur Alpha-Linolensäure (ALA), eine biologische Vorstufe von EPA und DHA, enthalten haben. ALA aus Leinsamen und anderen pflanzlichen Ölen muss auf enzymatischem Weg in EPA umgewandelt werden. 

Das wichtigste Enzym für diesen Prozess ist die Delta-6-Desaturase; allerdings haben klinische Studien bei der Expression des Gens, das dieses Enzym kodiert, eine enorme Schwankungsbreite aufgezeigt.1 Mithilfe innovativer Herstellungsverfahren ist es inzwischen möglich, vegetarische EPA und DHA aus Algen zu gewinnen. Eine Zufuhr von EPA und DHA aus pflanzlichen Quellen umgeht den Umwandlungsschritt, so dass von nun an auch Vegetarier in den Genuss der hinreichend dokumentierten Vorteile von Fischöl kommen. Unabhängig von ihrem Ursprung unterstützen diese essenziellen Fettsäuren auf einzigartige Weise die inflammatorische Balance, das Herz-Kreislauf-System sowie die kognitiven und emotionalen Funktionen.*

Gesunde inflammatorische Balance
Omega-3-Fettsäuren tragen auf verschiedenen Ebenen direkt und indirekt zu einer gesunden inflammatorischen Balance bei. Durch die Zufuhr von EPA und DHA wird die Biosynthese von Eicosanoiden, Zytokinen und reaktiven Sauerstoffspezies gedrosselt. Dies beruht zum Teil auf der Hemmung des Arachidonsäurestoffwechsels durch Omega-3-Fettsäuren, wodurch weniger Arachidonsäure für die Eicosanoid-Synthese zur Verfügung steht.

EPA und DHA beeinflussen außerdem indirekt die Transkriptionsfaktoren und greifen so bereits auf Genomebene in die Synthese ein.2 Durch beide Mechanismen tragen diese Fettsäuren zum Wohlbefinden des gesamten Körpers bei, vom Herz-Kreislauf-System über die Gelenke und den Verdauungstrakt bis hin zu Lunge und Haut.*

Herz-Kreislauf-Gesundheit
Eine Meta-Analyse von 48 Studien mit über 100.000 Teilnehmern ergab, dass der Verzehr von Fischöl sich statistisch signifikant günstig auf das kardiovaskuläre System und die Gesundheit insgesamt auswirkte.3 Dieser Nutzen wurde in erster Linie dem positiven Einfluss auf den Lipid- und Triglyceridstoffwechsel und die gesunde Durchblutung zugeschrieben.

Von EPA und DHA wird angenommen, dass sie als PPAR-Liganden wirken und die Genexpression für Proteine regulieren, welche Aufnahme und Metabolismus von Fettsäuren steuern. Sie unterstützen auch die Bildung von Triglyceriden und Lipoproteinen in der Leber. Darüber hinaus verbessern Omega-3-Fettsäuren die Durchblutung, indem sie gezielt auf Thrombozytenfunktion, Vasodilatation und Gefäßtonus Einfluss nehmen.4,5*

Kognitive Fähigkeiten
Fischöl stimuliert die Entwicklung des Zentralnervensystems, die Gesundheit von Nervenzellen und die Neurotransmission. Es wurde nachgewiesen, dass die intellektuellen Fähigkeiten und die Entwicklung der kognitiven Funktionen bei Kleinkindern durch Fischölgaben im Stillalter bzw. schon während der Schwangerschaft unterstützt werden können.6 Die Forschungsergebnisse lassen ferner darauf schließen, dass eine höhere Zufuhr möglicherweise die geistige Leistungsfähigkeit und das Erinnerungsvermögen steigern.

Dies geht zum Teil auf die Unterstützung der neuronalen Zellmembranfunktion, die Verbesserung der inflammatorischen Balance oder der Durchblutung und Nährstoffversorgung des Gehirns zurück. Untersuchungen an älteren Patienten haben Anhaltspunkte dafür ergeben, dass EPA und DHA sowohl die Gesundheit von Synapsen und Neuronen fördern als auch die kognitiven Fähigkeiten und die Gedächtnisleistung steigern können.

Emotionales Wohlbefinden
Zwischen physiologischen Konzentrationen von Omega-3-Fettsäuren in der Zellmembran roter Blutkörperchen und dem emotionalen Wohlbefinden wird ein Zusammenhang vermutet. Insbesondere werden höhere DHA-Spiegel im Gehirn und höhere EPA-Plasmaspiegel mit einer positiven Stimmungslage assoziiert.7,8 Die Theorie lautet, dass die Phospholipidzusammensetzung der Zellmembran direkt Einfluss auf die Signalübermittlung der Zellen, die Eicosanoid-Synthese oder sogar auf die Neurotransmitter Serotonin und Dopamin nehmen könnte.*

Omega-3-Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle für die generelle Gesundheit, und es ist wichtig, über die Nahrung oder durch Nahrungsergänzungsmittel für eine ausreichende Versorgung zu sorgen. EPA und DHA werden schon seit längerer Zeit aus Fisch gewonnen und sind als Nahrungszusätze auf Fischölbasis erhältlich.

pure encapsulations® ist stolz, Ihnen nun ein rein vegetarisches EPA/DHA-Präparat anbieten zu können, dessen Inhaltsstoffe aus Mikroalgen aus dem Phytoplankton stammen. Es handelt sich um das erste vegetarische Präparat mit essenziellen Omega-3-Fettsäuren in einer flüssig gefüllten vegetarischen Kapsel.

Literatur
  1. Baylin A, Ruiz-Narvaez E, Kraft P, Campos H. alpha-Linolenic acid, delta6-desaturase gene polymorphism, and the risk of nonfatal myocardial infarction. Am J Clin Nutr. 2007 Feb;85(2):554-60.
  2. Kang JX, Weylandt KH. Modulation of inflammatory cytokines by omega-3 fatty acids. Subcell Biochem. 2008;49:133-43.
  3. Wang C, Harris WS, Chung M, et al. n-3 Fatty acids from fish or fish-oil supplements, but not alpha-linolenic acid, benefit cardiovascular disease outcomes in primary- and secondary-prevention studies: a systematic review. Am J Clin Nutr. 2006 Jul;84(1):5-17.
  4. Tagawa T, Hirooka Y, Shimokawa H, et al. Long-term treatment with eicosapentaenoic acid improves exercise-induced vasodilation in patients with coronary artery disease. Hypertens Res. 2002;25(6):823-9.
  5. Miyajima T, Tsujino T, Saito K, Yokoyama M. Effects of eicosapentaenoic acid on blood pressure, cell membrane fatty acids, and intracellular sodium concentration in essential hypertension. Hypertens Res. 2001 Sep;24(5):537-42.
  6. Helland IB, Smith L, Saarem K, Saugstad OD, Drevon CA. Maternal supplementation with very-long-chain n-3 fatty acids during pregnancy and lactation augments children's IQ at 4 years of age. Pediatrics. 2003 Jan;111(1):e39-44.
  7. Samieri C, Féart C, Letenneur L, et al. Low plasma eicosapentaenoic acid and depressive symptomatology are independent predictors of dementia risk. Am J Clin Nutr. 2008 Sep;88(3):714-21.
  8. McNamara RK, Hahn CG, Jandacek R, et al. Selective deficits in the omega-3 fatty acid docosahexaenoic acid in the postmortem orbitofrontal cortex of patients with major depressive disorder. Biol Psychiatry. 2007 Jul 1;62(1):17-24.

 
 
 

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